Holzkirche der heiligen Katharina in Ostrava
Wer zur Holzkirche im Ostravaer Stadtteil Hrabová kommt, staunt, in welch hervorragendem Zustand eine so alte Kirche erhalten geblieben ist.
Das ist das erste Geheimnis der einzigen Holzkirche, die in der Industriestadt steht. Die Erklärung ist einfach: Die Kirche ist brandneu. Es ist ein Neubau, der den Gläubigen erst seit 2004 dient. Die ursprüngliche Kirche, die sehr ähnlich aussah, fiel zu Ostern 2002 gemeinsam mit den jahrhundertealten Linden, die das Heiligtum beschirmten, in Asche.
Als der Bau der neuen Kirche vorbereitet wurde, die eine möglichst getreue Kopie der ursprünglichen werden sollte, stellten Denkmalpfleger fest, dass es keine genaue Dokumentation der Kirche aus dem 15. Jahrhundert gab. Die neue Kirche entstand deshalb auf der Grundlage von Fotografien und Details, an die sich die Einheimischen erinnerten. Den Bau übernahm eine Firma, die für das Freilichtmuseum in Rožnov pod Radhoštěm arbeitet und die ursprünglichen Methoden am besten kennt. So ist auch die heutige Kirche so gebaut, wie es unsere Urgroßväter beherrschten – ohne einen einzigen Metallnagel.
Das vielleicht größte Geheimnis, über das bis heute gestritten wird, ist, woher die Kirche in Hrabová eigentlich kam. Die verbreitetste Sage besagt, sie habe im vierzehnten Jahrhundert im Beskidendorf Metylovice gestanden. Die Einheimischen beschlossen, eine neue Ziegelkirche zu bauen, und wussten nicht, was sie mit der ursprünglichen anfangen sollten. Das nutzten die Bewohner von Hrabová, die kein eigenes Heiligtum hatten. Sie beschlossen also, die in einzelne Balken zerlegte Kirche zu kaufen. Angeblich nutzten sie dafür die Fuhrleute, die mit Waren von Ostrava in die Beskiden fuhren und auf dem Rückweg nach Ostrava leer unterwegs waren. Dank dieser Konstruktion transportierten sie die Balken zur Kirche.
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