Radhošť (Berg)
Kein Gipfel der Beskiden ist so von Geheimnissen, Mythen und Aberglauben umgeben wie der Radhošť. Angeblich unterhielten die alten Kelten hier ihre Opferstätte, und der Radhošť diente ihnen wohl als urzeitliche Sternwarte, mit der sie den Lauf der Sonne beobachteten und so den Beginn des Frühlings und den Einbruch des Herbstes erkannten.
Die alten Slawen verehrten hier Radegast – den heidnischen Gott des Krieges und des Sieges, aber auch der Fülle und der Gastfreundschaft. Die slawischen Stämme begrüßten die Ankunft der Frühjahrssonnenwende mit brennenden Feuern auf dem Gipfel des Berges. Den heidnischen Bräuchen setzten erst die Heiligen Kyrill und Method ein Ende, die an der Stelle der Opferungen ein Kreuz errichteten.
Sagen berichten, der gesamte Kamm des Radhošť bis nach Pustevny sei von unterirdischen Gängen und Höhlen durchzogen, und noch im achtzehnten Jahrhundert seien Menschen darin gegangen. In einer der Höhlen soll sich ein unterirdischer Tempel befinden, in dem auch in christlicher Zeit heidnische Zeremonien stattfanden.
Sicher ist, dass heute auf dem Gipfel des Radhošť die Kyrill-und-Method-Kapelle vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts steht. Pilger, die zur Kapelle kommen, empfängt eine Plastik der beiden Heiligen. Die Ausblicke vom Radhošť sind eindrucksvoll. Sie sehen die Gipfel der Beskiden, die Hostýnské vrchy, aber auch das Altvatergebirge, die Hohe Tatra und sogar den Alpengipfel Schneeberg.
Die meisten Wanderer und Pilger kommen von Pustevny auf den Gipfel des Radhošť und passieren deshalb unterwegs die Statue des Gottes Radegast. Auch vom Bergsattel Pindula führt ein schöner Weg auf den Radhošť.
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