Svatopluk-Čech-Platz und seine Umgebung
Der Svatopluk-Čech-Platz und die Straßen des Ostravaer Stadtteils Přívoz sind hervorragende Beispiele der Jugendstilarchitektur. Ein Spaziergang durch diesen Teil Ostravas ist wie ein Streifzug durch das alte Wien – kein Wunder, Sie befinden sich mitten im Werk des Wiener Architekten Camillo Sitte.
Camillo Sitte erhielt eine Aufgabe, die man heute als große Herausforderung bezeichnen würde. Ende des neunzehnten Jahrhunderts sollte er nicht ein Gebäude oder nur eine Straße bauen, sondern einen ganzen Bebauungsplan entwerfen – faktisch eine ganz neue Stadt. Přívoz war einst ein friedliches Dorf, das Kaufleuten als Fährstelle über die Oder diente. Erst mit der Entwicklung der Industrie und vor allem mit dem Anschluss von Přívoz an die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn begann die Stadt Přívoz zu entstehen.
Sittes Werk ist beeindruckend. Es wird von der Kirche Mariä Unbefleckte Empfängnis und vom Rathausgebäude beherrscht, in dem heute das Ostravaer Archiv untergebracht ist. Das Herzstück der Stadt ist der Svatopluk-Čech-Platz mit seinen Fassaden, die deutliche Elemente des Wiener Jugendstils tragen. Die umliegenden Straßen führen zur Nádražní třída, die vor mehr als einem Jahrhundert zur Hauptverbindung zwischen dem Bahnhof und dem Zentrum von Moravská Ostrava wurde. Ähnlich wie in Wien bilden manche Straßen kleine Plätze, und ein interessantes Detail, das bis heute erhalten ist, sind die Türmchen an den Ecken aller Straßen.
Der Architekt Sitte blieb nicht nur in Přívoz; sein Werk findet sich auch in einem anderen Teil Ostravas, nämlich in Mariánské Hory, wo er die Kirche Mariä Königin und einen großen Teil des Zentrums dieses weiteren Ostravaer Stadtteils entwarf.
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