Arbeiterkolonie Vítkovice

Vítkovice, heute ein Stadtteil von Ostrava, ist ein Beispiel für den Wandel, den die industrielle Revolution brachte. Die Eisenproduktion machte aus einem kleinen Dorf ein Industriezentrum – und das bedeutete den Bau einer Arbeiterkolonie, einer Kirche, eines Rathauses, eines Marktes, von Gasthäusern und Schulen …

Heute hat Vítkovice seine Atmosphäre bewahrt und ist eine städtische Denkmalzone, die das örtliche Kolorit für künftige Generationen erhalten hat – Häuser aus rotem Ziegel. Ein Spaziergang hier ist wie ein Ausflug ins alte England des neunzehnten Jahrhunderts.

Die erste Erwähnung von Vítkovice stammt aus der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts. Der Aufschwung kam, nachdem der Olmützer Erzbischof, Erzherzog Rudolf, hier 1828 einen Hochofen errichten ließ. Vítkovice lag nahe an allem, was nötig war: In den Beskiden wurde Eisenerz abgebaut, in Ostrava Kohle gefördert und das Wasser kam aus dem Fluss Ostravice. Das Unternehmen wurde nach seinem Gründer benannt, also Rudolfshütte.

Fünfzehn Jahre später kaufte der Wiener Bankier jüdischer Herkunft Salomon Mayer von Rothschild das Unternehmen. Die Vítkovicer Eisenwerke wurden zum Schienenlieferanten für die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn und Rothschild investierte viel nicht nur in die Fabrik, sondern auch in die Entwicklung der Gemeinde, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zur Stadt wurde.

Nahe dem historischen Kern steht das Rothschild-Herrenhaus. Die größte Touristenattraktion von Ostrava wurde in den letzten Jahren die Dolní oblast Vítkovice, wo das alte Industrieareal der Zeche Hlubina und der Vítkovicer Eisenwerke für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Heute ist es Schauplatz vieler Kulturveranstaltungen, darunter des Festivals Colours of Ostrava.

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