Kirche des heiligen Josef und Kapuzinerkloster in Fulnek
Einer der wichtigsten Orte, um die Barockarchitektur von Fulnek zu entdecken, ist die Josefskirche mit dem Kapuzinerkloster. Hier bekommen Sie eine Vorstellung vom einfachen Leben der Mönche, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts hier lebten.
Die Kirche des heiligen Josef zeichnet sich durch ihre schlichte Architekturaus, ganz im Geist der franziskanischen Regeln. Ihr fehlt zum Beispiel der bei katholischen Kirchen übliche hohe Turm, den ein kleiner Dachreiter auf dem Gebäudedach ersetzt. Ebenso schlicht sind die Zellen, die die Mönche bewohnten. Auch ihre Lebensweise war bescheiden, wovon die Gärten im Klosterhof zeugen.
Das Fulneker Kapuzinerkloster überstand sogar die Reform Josephs II., der 1782 viele Klöster aufhob und nur fünf bestehen ließ, darunter jenes in Fulnek. Die Mönche lebten auf dem Hügel hinter dem Bach auch nach dem Zweiten Weltkrieg, bis in einer Aprilnacht des Jahres 1950 die Staatssicherheit anrückte, das Kloster besetzte und die Mönche in die Internierung schickte. An ihre Stelle zogen Ordensschwestern aus vielen aufgelösten Klöstern.
Heute ist die Kirche instand gesetzt und öffentlich zugänglich, und die Rekonstruktion der Klosterräume läuft. In der Umgebung der Josefskirche befinden sich außerdem die Kapelle der heiligen Rochus und Sebastian, die als Ausstellungsraum dient, sowie die Villa Loreta, die einst zum Kloster gehörte, heute aber ein Kinderheim ist.
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