Metallurgie im Altvatergebirge
Die Bodenschätze des Altvatergebirges ermöglichten die Entwicklung der Metallurgie und die Gründung vieler Siedlungen. Gold, Silber und vor allem Eisenerz mussten verarbeitet werden, und das ging nicht ohne Kenntnisse der Verhüttung und den Bau von Eisenhütten.
Die Männer aus dem Altvatergebirge wurden darin zu Spitzenfachleuten.
Gold ließ sich gut schmelzen, sodass die Menschen rund um Rýmařov bereits im dreizehnten Jahrhundert Gold von nahezu 100 % Reinheit erschmelzen konnten. Bekannter sind die Eisenhütten. Einen der letzten originalen Hochöfen sehen Sie beim Dorf Drakov. Es ist ein steinerner Turm, in dem zu Beginn des 19. Jahrhunderts Eisen erzeugt wurde.
Auch das heutige Karlova Studánka entstand zur Verarbeitung von Eisenerz.
Vor der Gründung des Kurorts standen hier Hütten, und die Siedlung hieß Hubertov. An diese Geschichte erinnert Touristen bis heute die Hubertuskapelle, die mit einer Darstellung der Arbeit der Hüttenleute geschmückt ist. Die heiße Schlacke aus den Hütten diente sogar dazu, das Wasser für das neue Bad zu erwärmen.
Mit Metallurgie und Eisenverarbeitung können Sie sich auch in der Sensenschmiede in Karlovice vertraut machen. In dieser Gegend brannten Hochöfen bereits im 16. Jahrhundert und wurden erst von den modernen großen Hüttenwerken in Ostrava verdrängt. Eisen wurde in Vrbno pod Pradědem, im nahen Mnichov und an weiteren Orten erschmolzen.
In Ludvíkov entstand ein großes Wilhelmshüttenwerk, dessen markantes Gebäude aus Ziegel und Stein bis heute am Straßenrand zu sehen ist. Auf die Roheisenerzeugung folgte die Verarbeitung dieses Rohstoffs in Schmieden und Hammerwerken. Auch auf diesem Gebiet waren die hiesigen Menschen europäische Spitze. Bereits während des Dreißigjährigen Krieges konnten sie in Břidličná Eisen von so hoher Qualität schmieden, dass das örtliche Hammerwerk dem kaiserlichen Heer wöchentlich 500 Musketen lieferte.
Im Altvatergebirge wurde auch Glas geschmolzen. An die Herstellung traditionellen Glases erinnert bis heute die Familienglashütte in Mnichov bei Vrbno pod Pradědem, wo Touristen nicht nur etwas über die Geschichte erfahren, sondern auch zusehen können, wie Glasbecher entstehen.
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